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PV-Zubau im April

Die kürzlich veröffentlichten Zubauzahlen der Bundesnetzagentur für April bilden das tatsächliche Marktgeschehen nur eingeschränkt ab. Weniger Arbeitstage wegen der Osterwoche und verzögerte Einträge im Marktstammdatenregister wirken sich deutlich auf die Statistik aus. Dadurch entsteht ein verzerrtes Bild, denn die Stimmung in Fachhandel und Handwerk ist spürbar besser – vor allem wegen der anziehenden Nachfrage im Gewerbebereich.

Verzerrte April-Zahlen

Die April-Statistik steht unter dem Vorbehalt ungewöhnlich vieler Nachmeldungen, weshalb eine detaillierte tabellarische Auswertung diesmal wenig sinnvoll ist. Offenbar haben viele Betreiber die einmonatige Frist zur Registrierung nach Inbetriebnahme ausgeschöpft. In einem Monat mit Osterferien und geringerer Betriebsaktivität im Handwerk verschieben sich Meldungen erfahrungsgemäß nach hinten.

Besonders deutlich zeigt sich dieser Effekt im Dachsegment, wo Inbetriebnahmen häufig verspätet registriert werden. Bei großen Freiflächenanlagen können Nachmeldungen zusätzlich starke Schwankungen verursachen, vor allem wenn Projekte im mehrstelligen Megawattbereich in einen Monatswechsel fallen. Für die Lage der PV-Branche sind jedoch vor allem die Zahlen bei Dachanlagen relevant, da dieses Segment die Auslastung des lokalen Handwerks deutlich stärker prägt.

Positiver Trend im Dachsegment

Im Mittelpunkt steht daher die Entwicklung bei Dachanlagen beziehungsweise Anlagengrößen bis 750 kWp. Anders als es die April-Statistik vermuten lässt, zeigt sich in diesem Marktsegment weiterhin eine klare Aufwärtsbewegung. Gründe dafür sind Nachholeffekte nach einem wetterbedingt schwachen Jahresstart, erwartete EEG-Änderungen ab 2027 sowie zusätzliche Nachfrage durch die Unsicherheit infolge des Konflikts im Mittleren Osten.

Hinzu kommen das wachsende Interesse an Sektorenkopplung, insbesondere mit E-Mobilität und Wärmepumpen, sowie die steigende Nachfrage aus dem Gewerbe. Diese Faktoren stützen die positive Entwicklung im laufenden Jahr.

Gute Aussichten für 2026

EWS-Geschäftsführer Jan Paul Dahm bestätigt seine Einschätzung aus dem Vormonat: 2026 dürfte insgesamt ein gutes Jahr für die Branche werden. Die Talsohle sei zur Mitte des ersten Quartals durchschritten worden, seitdem zeige der Markt wieder nach oben.

Für das laufende Jahr wird im Dachsegment eine Fortsetzung dieses Trends erwartet. Saisonbedingt dürfte die Entwicklung in den Sommerferien und zum Jahresende etwas nachlassen, insgesamt bleibt der Ausblick für die PV-Branche jedoch stabil und positiv.

Gewerbe gewinnt an Bedeutung

Der gewerbliche Dachbereich entwickelt sich inzwischen wie lange erwartet. Im ersten Quartal 2026 entfielen bereits 60 Prozent der installierten Gesamtleistung auf gewerbliche Anlagen aller Größen, nachdem es 2023 noch rund 25 Prozent gewesen waren.

Das ungenutzte Potenzial auf Industrie- und Logistikdächern ist weiterhin sehr groß. Für Unternehmen mit hohem Eigenverbrauch lohnen sich PV-Anlagen inzwischen oft auch ohne Förderung, zusätzliche steuerliche Vorteile erhöhen die Attraktivität. Daher dürfte der Gewerbebereich das Dachsegment in den kommenden Monaten immer stärker prägen.

Speicher und Unabhängigkeit

Auch die Kombination aus PV-Anlage, Speicher, Elektroauto und Wärmepumpe hat sich sowohl bei privaten Haushalten als auch bei Unternehmen als bevorzugtes Energiesystem etabliert. Wer Strom selbst verbraucht, profitiert wirtschaftlich stärker von einer eigenen Solaranlage. Gleichzeitig gewinnen Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit durch geopolitische Krisen weiter an Bedeutung.

Im ersten Quartal 2026 wurden bereits mehr als zwei Gigawattstunden neue Speicherkapazität in Betrieb genommen. Zwar wird das Großspeichersegment meist nicht vom lokalen Handwerk bedient, doch sowohl private Speicher als auch gewerbliche Systeme entwickeln sich dynamisch. Die Treiber bleiben dieselben wie im PV-Markt: mehr Eigenverbrauch, stärkere Sektorenkopplung und das wachsende Bedürfnis nach einer sicheren und unabhängigen Energieversorgung.

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